Haecksen=Hexen?

From haecksen
Revision as of 23:52, 7 February 2021 by Waldwesen (talk | contribs)
Jump to navigation Jump to search

Beim Ende 2019 stattfindenden Geekend haben wir uns intensiv mit der Geschichte von Hexen und Hexenverfolgung auseinander gesetzt. Großer Dank gilt der Haeckse, die damals viel Zeit in die Erforschung und Aufbereitung des Themas gesteckt hat. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels ist dies schon eine Weile her, aber trotzdem hier der Versuch, die gewonnenen Erkenntnisse zusammen zu fassen.

Historie der Hexenverfolgung

Achtung, Triggerwarnung: sexuelle Gewalt

Gegen Ende des Mittelalters und in der frühen Neuzeit gibt es in Europa zahlreiche Krisen:

  • Die kleine Eiszeit mit besonders kalten Phasen von etwa 1570 bis 1630 und 1675 bis 1715 sorgt für Missernten und über die daraus resultierende Verteuerung von Lebensmitteln für Inflation.
  • Immer wieder aufflackernde Bauernkriege und -aufstände stellen die mittelalterlichen Herrschaftsstrukturen infrage.
  • die Reformation führt über kleinere Konflikte im 16. Jahrhundert bis in den 30-jährigen Krieg (1618-1648)
  • Die Pest verbreitet sich ab dem 14. Jahrhundert und bricht in einzelnen Gebieten immer wieder aus.

Gewalt ist überall, Gruppenvergewaltigungen durch urbane junge Männer und Soldaten sind alltäglich und werden kaum geahndet [1]

Die Entstehung des Begriffs Hexe lässt ab dem Beginn des 15. Jahrhunderts nachweisen. Hexen werden alle möglichen Eigenschaften unterstellt, die sich aus Vorwürfen zusammensetzen, die bereits im Mittelalter verfolgten Gruppen unterstellt wurden. Aus den Geständnissen von als Ketzern verfolgten Kathareren und Waldendsern werden Teufelsanbetungen und nächtliche orgiastische Zusammenkünfte übernommen, aber auch antijüdische Vorurteile wie Kinderopfer und der Hexentanz (in der Synagoge -> Hexensabbat) werden hineinprojeziert. Auch wenn die Inquistion für einen sehr kleinen Teil der Hexenprozesse verantwortlich war und es aufseiten der Kirchen auch gebietsweise Widerstand gab[2], wurde von geistlichen Hexentheoretikern die Grundlage für die Hexenverfolgung gelegt. Dies geschah mit einer Pabstbulle im Jahr 1484 in Verbindung mit dem sogenannten Hexenhammer, einer Art Anleitung zur Verfolgung vor allem weiblicher Hexen.[3]

Prozesse gegen Hexen fanden auf dem Gebiet des heutigen Deutschland allerdings vornehmenlich vor weltlichen Gerichten statt und dienten den Herrschenden (insbesondere von Kleinstaaten) auch als Instrument, um die eigene Autonomie und Gerichtshoheit zu dokumentieren und zu festigen.[2]


Konsequenzen für die Haecksen

Quellen

[1] Women in early modern Europe 1500-1700, 2007, Seite 285

[2] https://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/hexenwahn/aufsaetze/01.htm

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenhammer